Bonelle - Universal-Schleifmaschine

Hier sehen sie meine Werkzeug-Schleifmaschie, die ich 2007 gebaut habe.

Die Idee war, eine kleine, leistungsfähige Schleifmaschine selbst zu bauen.

In den 70ziger Jahren des letzten Jahrhunders hatte ein Prof. D.H. Chaddock in England die Idee, für den Privatanwender eine kleine, leistungsfähige und bezahlbare Schleifmaschine zu konstruieren. 

Die "QUORN" war gebohren. Er fertigte Gussmodelle für diese Maschine und lies Gussteile herstellen.

Die Maschien wurde in der Zeitschrift "Model Engineer" vorgestellt.

1984 kam das Buch " THE 'Quorn' Universal Tool and Cutter Grinder " auf den Markt.

Dieses Buch ist auch heute noch als Reprint von TEE Publishing aus dem Jahre 2001 mit der ISBN Nr. 0 905 100 91 3 im Buchhandel erhältlich.

Die Idee so eine Maschine selbst zu bauen, schlummerte lange in meinem Hinterkopf.

Nach einer Anfrage in England zu den Gussteilen, stellte sich schnell heraus, dass diese Teile meinen damaligen Finanzrahmen sprengen würden.

Also schlummerte das Projekt weiterhin in der Schublade.

Ende der 90ziger Jahre fand ich durch Zufall im Internet eine PDF- Zeichnung einer Maschine, die der "QUORN" zum Verwechseln ähnlich sah. 

Es stellte sich heraus, dass ein gewisser J.B.D. Willis 1987 diese Maschine, nach den Zeichnungen von D.H. Chaddock gänzlich ohne Gussteile konstruierte. Die Maschine bestand aus Stahl und Strangguss, den es als Stangenmaterial im Stahlhandel zu erwerben gab.

Der Name der Maschine   "BONELLE"

Die Zeichnungen der "Bonelle" waren im anglo- amerikanischen Maßsystem ausgeführt. So konnte ich die Maschine nicht bauen. Ich habe jedes Maß umgerechnet und angepasst, so dass ich nach dem metrischen Maßsystem arbeiten konnte. Bei dieser Umrechnerei muss man sehr aufmerksam sein, damit sich keine Fehler einschleichen.

Von der Maschiene fasziniert, berichtete ich einigen Modellbaukollegen in meiner Nähe. Es stellte sich heraus, dass der Eine oder Andere mir bei der Beschaffung vom entsprechendem Material behilflich sein konnte.

Einiges Material stammt vom Schrottplatz und anderes wurde im Stahlhandel dazu gekauft.

Die Führungsstangen wurden aus hartverchromten Hydraulik-Schubstangen hergestellt. Die Basis wurde aus einer 250mm dicken Graugusswelle auf einer Industrie-Bandsäge herausgeschnitten.

Die Klemmgriffe sind Neuteile und wurden von der Fa. Ganter aus Furtwangen bezogen.

Im August des Jahres 2007 begann ich dann mit dem Bau der Maschine und kurz vor Jahresende war sie soweit fertig, dass man damit arbeiten konnte. Allerdings ohne die entgültige Farbgebung.

 

Das ist die ursprüngliche und als Vorbild dienende Maschine.
Bild von: http://www.lathes.co.uk/quorn/img21.jpg
Das ist die "QUORN" von D.H. Chaddock.
Meine "Bonelle" Schleifmaschine, noch gänzlich ohne Farbe bei einer Ausstellung 2008 im Ziegeleipark Mildenberg.
"BONELLE" im Rohbau in meiner Werkstatt.
Schleifspindel und Schleifscheibenaufnahme mit Kurzkegel.
Die Schleifspindel ist in Schrägkugellagern gelagert, die durch ein Federelement vorgespannt sind.
Der Schutz der Schleifspindel gegen den Schleifstaub besteht aus einer Labyrinth-Dichtung.
Detail der Schwenk- und Kippeinrichtung.
Jede Schleifscheibe hat eine eigene Aufnahme.
Die unterschiedlichsten Schleifscheiben.
Fertig lackiert in RAL 6011. Die Klemmhebel wurden von der Fa. Ganter aus Furtwangen bezogen.
Bonelle mit einigem Zubehör.
Die Maschine steht auf drei einstellbaren Nivellierschrauben.
Einstellbarer Stützfinger.
Man sieht der Maschine an, dass sie gebraucht wurde. Die Farbe ist nach mehreren Jahren schon teilweise abgegriffen.
Gradeinteilung der Werkzeugaufnahme.
Feinzustellung axial zur Schleifscheibe.
Mit der Libelle und den Nivellierschrauben kann man die Maschine ausrichten.
Mit dieser Spannzangenaufnahme kann man, mittels Zugspannzangen, Teile bis 12mm spannen.
Für Drehmeißel habe ich mir einen Auflagetisch hergestellt.
Feinzustellung radial zur Schleifscheibe.
Spiralschleifeinrichtung nach Plänen von Prof. D.H. Chaddock.
 Angepasst an die Maße der "Bonelle" 
Musterspirale.
Das Teil wurde wiederum ohne Gussteile angefertigt. Material ist Strangguss GG 25 aus dem Stahlhandel.
Der Spannzangenhalter ER 16 ist ein Zubehörteil aus dem Werkzeughandel.
Werkzeuge mit max. 10mm Schaftdurchmesser lassen sich spannen.
Mit einer Spezialspannzange sogar bis 12mm.
Abstützung:  
Der Einsatz besteht aus Werkzeugstahl 115CrV3, der nach der Formgebung gehärtet und angelassen wurde.
Anschließend wurden die Kegel überschliffen.
Beim Fräser schleifen.
Winkeleinstellung für den 2. Hinterschliff.
Fertig geschliffener Fräser.