Moto Guzzi California 1100 EV Touring.

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Drehbarer Schraubstock.

Bei Hemingway habe ich einen Material-Satz für einen Schraubstock gefunden. Der Wechselkurs stand gerade günstig, so habe ich den Satz bestellt. 

Nach ca. 14 Tagen war das Paket bei mir.

Mit dabei sind alle Teile, die zur Fertigung benötigt werden.

Die Zeichnungen sind wieder im anglo-amerikanischen Maßsystem angegeben. Ich habe alles auf metrische Maße umgerechnet.

Die Befestigungsgewinde der Einzelteile waren metrisch. Die Spindel werde ich auch metrisch machen.

Vorgesehen war hier ein Gewinde mit 3/8" x 16 Gang.  Das entspricht etwa M 10.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Das ist der Teilesatz.
Alle Schrauben sind metrisch.

29.09.2020

Gestern war es dann so weit. Teil 1, die Grundplatte habe ich fertig gestellt. Es fehlt noch die 360° Graduierung und die Pass-sitze der Passleisten, die aber erst später angebracht werden.
Zunächst wurde der Guss-Rohling auf das große Planscheiben-futter gespannt und die Unterseite plan gedreht.
Im Anschluss wurde auf der Oberseite das Zentrum des runden Guss-Ansatzes angerissen. Das habe ich mit dem Zentrier-winkel gemacht. Wieder auf dem Planscheiben-futter wurde dieses Zentrum ausgerichtet und gebohrt, sowie die Bohrung auf 19,5 mm ausgedreht und mit einer 20 mm Reibahle aufgerieben. Die Oberfläche wurde soweit abgedreht, dass keine Gusshaut mehr sichtbar und die Oberfläche glatt war.
Nun konnte die 20° Schräge angedreht werden. Der innere Absatz wurde auf die erforderliche Tiefe und Durchmesser ausgedreht. Das Zentrum wurde mit dem Rollkörner abgestützt und die Oberseite des Aufspannflansches wurde gedreht.
Die Nut für die Spannschrauben des eigentlichen Schraubstockes wurde auf die erforderliche Tiefe und breite eingestochen. Dazu habe ich mir aus einem abgebrochenen 6 mm Hartmetallfräser eine Stechstahl geschliffen.
Nun wurde das Teil auf die Fräsmaschine genommen und die Außenkonturen des Spannflansches wurden bearbeiten.
Zum Schluss wurden die Befestigungslöcher angerissen und gebohrt. Bei den Positionen der Löcher habe ich mich an den Gegebenheiten meines Fräsmaschinen-Tisches orientiert. Meine T-Nuten sind jeweils 50mm auseinander.
Um den Schraubstock auch auf der Drehmaschine zu spannen (dort habe ich einen Nuten-Abstand von 75 mm), wurde auch dieses Maß berücksichtigt.
Eine 19 mm Bohrung bis zur Nut wurde von unten eingearbeitet.
Nun konnte ich die Grundplatte, mit einem 20 mm Spannbolzen auf dem Rundtisch spannen. Durch die 19 mm Konterbohrung konnte ich einen T-Nutenfräser mit 6 mm Schaft von unten einführen und in dem Spannzangenfutter der Fräsmachine spannen und die T-Nut fertig fräsen.

Der T-Nutenfräser war eigentlich zu klein und auch nicht Leistungsfähig genug. Ich habe mir aus China mehrere Hartmetall T-Nutenfräser bestellt. Damit werde ich die Nut nochmals nachfräsen.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Die Drehplatte hat noch Schlitze für die Passstücke erhalten, sowie entsprechende Befestigungsbohrungen.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Ein zentraler Passbolzen, der sowohl in die Drehplatte und in den eigentlichen Schraubstock eingreift.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Unterseite des Schraubstockes. Hier greift der zentrale Passbolzen ein.

Den eigentlichen Schraubstock habe ich schon mal vorgefräst. Der Schwalbenschwanz für die bewegliche Backe wurde schon fertig gestellt. Den Sitz für die eigentliche Schraubstockbacke habe ich ebenfalls gefräst. 

Es fehlt noch die Überfräsung vom Spannteller und der Außenkonturen.

Die Bohrung für die Spannmutter wird später eingearbeitet.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Drehteller und Schraubstock Grundplatte zusammen gesteckt.



Den Schwalbenschwanz mußte ich nochmals etwas nachfräsen. Der selbst gebaute Wendeplatten-Fräser hatte einen zu großen Eck-Radius. Mit einem HSS 60° Fräser wurde nochmals ein feiner Span abgenommen. Dazu habe ich das Schraubstock-Unterteil auf die Fräsmaschine gespannt und mit einem Feintaster an der festen Backe ausgerichtet. Den Sitz der festen Backe habe ich dann auch nochmal fein überfräst.

Die nächste Arbeit war, den Radius am Drehteller zu fräsen. Dazu habe ich das Teil auf den Rundtisch gespannt. Zur Zentrierung konnte ich den Zentrierzapfen verwenden, denn der Passsitz im Rundtisch hat das gleiche Maß.

Mit einem 12 mm Schruppfräser wurde der Radius vorgefräst und im Anschluss mit einem 12 mm Schlichtfräser fertig gestellt. 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Aufspannung auf der Fräsmaschine.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Aufspannung auf dem Rundtisch.
Die Knebelschrauben musste ich allerdings entfernen.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Fertig zusammen gesetzt.
Die Aufnahmebohrung für die Spindelmutter wird erst später gemacht.

13.10.2020

Der Schraubstock nimmt langsam Gestalt an.


Heute habe ich die bewegliche Backe fast fertig gefräst.
Schwalbenschwanz ist fertig und passt.
Innerer Auschnitt für die Spindelmutter ist passend.
Außen Konturen, bis auf die endgültige Höhe und die Backenauflage ist auch gemacht.

Zunächst habe ich den Rohling mit der Oberseite (die war relativ gerade und hat nicht gewackelt) auf den Frästisch gespannt.
Als Anschlag habe ich eine 12mm Passleiste in die hintere Führungssnut vom Frästisch gelegt und den Rohling mit Pratzen gespannt.
Nun wurde die Unterseite vom Schraubstock etwas abgefräst und in der gleichen Aufspannung auch die Seiten bis auf 0.5 mm Rechtwinklig gefräst.
Nun konnte ich die Backe auf die Unterseite stellen und die Oberseite bearbeiten. Hier habe ich ca. 1mm bis zu Endmaß stehen lassen.
Die Backe konnte nun im Schraubstock, den ich zuvor mit dem Feintaster genau ausgerichtet habe, gespannt werden.
Der Schwalbenschwanz war als nächstes dran.
Zunächst nur vorgefräst und am Ende mit dem HSS Fräser den Schwalbenschwanz fertig gefräst. Zunächst nur erst mal die Seite , die keine Stellleiste bekommt. Dies wurde immer wieder probiert, ob sie auf den Schraubstock passte.
Danach war die andere Seite dran. Hier auch wieder immer wieder Probieren ob die Stellleiste passt. ein Zehntel Luft macht da nichts aus. Es wird ja mit der Stellleiste ausgeglichen.
Nun wurde die bewegliche Backe auf sein Unterteil aufgesetzt und die Seiten bündig zur festen Backe gefräst.
Im Anschluss wurde der Ausschnitt für die Spindelmutter gefertigt.
Noch zu erledigen ist, - der Ausschnitt zum Einsetzen der Spindelmutter.
- die Bohrung für die Spindel, sowie die Bohrungen für die Stellschrauben und die Aufsatzbacke.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Aufspannung vom Backen-Rohling und überfräsen der unteren Auflage. 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Ausrichten vom Schraubstock mit dem Feintaster.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Nachdem die Oberseite auch gefräst war, konnte an der Unterseite auf Maß gefräst werden.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Im Anschluss wurde der Schwalbenschwanz gefräst.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Bewegliche Backe mit Schwalbenschwanz und Tasche für die Spindelmutter.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Die Höhe muss noch der festen Backe angeglichen werden.


14.10.2020

Ein paar Bohrungen weiter schaut die Geschichte heute so aus.

Den Ausschnitt um die Spindelmutter einzusetzen wurde eingefräst und die Gewinde für die spätere Abdeckung  geschnitten.

Ich werde die Abdeckung versenken, damit sie nicht an der Oberfläche übersteht. Dazu wird das Abdeckblech genau eingepasst.

Entgegen der originalen Zeichnung habe ich der beweglichen Backe vier, statt der vorgesehenen drei Stellschrauben verpasst.

Die Stell-Leiste wurde auch auf die richtige Länge gebracht. Sie bekam an allen vier stellen der Stellschrauben kurze Anbohrungen. Somit drücken die Stellschrauben nicht nur einseitig. 

Vor dem Zusammenbau habe ich die Gleitflächen noch mit einer Dreikant-Schleiffeile ganz leicht abgezogen. Danach gründlich gereinigt und mit Waffenöl eingesetzt.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Ausschnitt zur Spindelmutter-Montage.
Die Kontermuttern der Stellschrauben gehen gerade so an der Flanschmutter vorbei.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Die Backe bewegt sich saugend ohne merkliches Spiel.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Vier, statt der vorgesehenen drei Stellschrauben.

16.10.2020

Heute habe ich die Spindel und die Schiebe-Platte gefertigt. Weiterhin wurde eine Bronze-Buchse gedreht und mit Loctite 648 eingepresst.

Das Gewinde der Spindel wurde auf der Drehmaschine geschnitten. Die letzten Durchgänge wurden ohne Zustellung durch gefahren.

Ich habe leider keinen passenden Trapez-Gewindeschneider in meinem Fundus gefunden, deshalb habe ich normales M 10 Gewinde genommen. Das Gewinde läuft sehr sauber.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Die Spindel beim Gewinde- Schneiden.
Leider macht mein Handy sehr unscharfe Bilder, oder ich hab das Zipperlein.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Gewinde-Spindel und Schiebe-Platte.
Die Bronze-Buchse ist schon im Schraubstock-Oberteil eingepresst.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Hier sieht man deutlich die Schiebe-Platte, die oben genau 2 mm übersteht.

29.10.2020

Nach über einer Woche Pause, (ich habe das Wohnzimmer neu tapeziert) geht es wieder mit dem Schraubstock weiter.
Die Spindelmutter wurde aus Bronze gefertigt und eingebaut. Die Schraubstock-Backen wurden angefertigt und die entsprechenden Gewinde in den Schraubstock geschnitten. Zu guter Letzt wurde auch noch ein Schlüssel mit 10 mm Vierkant angefertigt.

Danach habe ich die Abdeckplatte gefertigt und auch den Ausschnitt in die bewegliche Backe gefräst. Die Abdeckplatte wurde eingepasst, damit sie nicht übersteht.

Die T - Nut im Drehteller habe ich nochmals nachgefräst und die entsprechenden Schrauben angefertigt.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Abdeckblech eingepasst und verschraubt.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Der Schraubstock ist soweit fertig. An der Drehplatte fehlt noch die Graduierung.

Die Graduierung am Drehteller wurde angebracht. Das war eine Fleißarbeit.
Am Schraubstockkörper wurde noch eine Einfräsung für einen einstellbaren Nullstrich-Träger eingefräst. Die Platte wird mit zwei M3 Schrauben gehalten.
Nach der entgültigen Montage, wird der Schraubstock auf dem Fräsmaschine-Tisch gespannt und mit dem Fühlhebelmessgerät genau ausgerichtet. Dann wird erst der Nullstrich an diesem verstellbaren Nullstrich-Träger angebracht.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Anordnung zum Gravieren der Gradeinteilung. Das Graviergerät habe ich vor paar Jahren, ebenfalls von Hemingway, gebaut.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Für die Befestigung auf dem Teilgerät, habe ich zusätzlich zwei Durchgangslöcher für M 5 Schrauben gebohrt. Diese stören die spätere Funktion nicht.
Die Zentrierung auf dem Teilgerät erfolgt durch einen 20 mm Passbolzen, der in den Drehtisch und die Schraubstock-Drehplatte eingreift.


Noch eine kleine Anmerkung zur Herstellung der T-Nut.
Sicherlich kann man diese mit Hakendrehmeißel herausarbeiten. Ich bin einen anderen Weg gegangen. Die Nut habe ich zunächst auf der Drehmaschine von der Oberseite aus eingestochen. Im Anschluss wurde eine 19mm Freibohrung von der Unterseite bis zur Nut eingearbeitet. Nun konnte ich mit einem Woodruff-Fräser, der in etwa die Maße der späteren Nut hatte, die Nut fräsen.
Dazu habe ich den Fräser mit seinem 6mm Schaft von unten durch die 19mm Freibohrung und die Nut in eine Spannzange gespannt.
Mit mäßiger Drehzahl und viel Luftkühlung konnte ich die Nut fertigen. Sie paßte allerdings in ihrer Höhe nicht. Der Fräser machte lediglich einen Schlitz von 2,5mm und ist in der Breite nicht nachstellbar.
Aus China habe ich mir Hartmetall-T-Nutenfräser mit entsprechenden Abmaßen 1/2" x 1/4" x 5mm  Schaft 6mm  bestellt. Als diese geliefert waren, habe ich die Nut in gleicher Weise nochmals nachgefräst und auf eine Höhe von 5,5mm gebracht. Die Spannbolzen haben später eine Höhe von 5 mm und passen perfekt. Diese Hartmetallfräser sind eigentlich zur Holzbearbeitung gedacht, aber in Grauguss gehen sie auch, nur muss die Drehzahl und der Vorschub angepasst werden.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Gesamtansicht, der Nullstrich-Träger fehlt noch.
Die Zehner-Gradzahlen fehlen ebenfalls noch.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Gradzahlen und Nullstrich-Träger.

Nullstrichträger, Gradzahlen und Nutenleisten für den Frästisch habe ich angefertigt und angebracht 

Nachdem der Schraubstoch auf der Fräsmaschine mit den Spannschrauben montiert war, habe ich ihn mit dem Feintaster ausgerichtet. Der Nullstrichträger wurde angebracht und genau auf Null gesetzt.

Der drehbare Schraubstock ist nun fertig.

Es war eine sehr interessante Arbeit.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Passfedern und Spannbolzen für die Fräsmaschine. Die Passfedern wurden mit M3 Schrauben befestigt.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Nullstrich-Träger genau ausgerichtet.